Weitwinkelobjektiv

Das Weitwinkelobjektiv hat einen Bildwinkel, der größer ist als jener, welchem den Eindruck des menschlichen Auges entspricht. Gegenüber einem Normalobjektiv hat es eine kürzere Brennweite und einen größeren Bildwinkel; was bedeutet, dass ein größerer Bereich abgebildet werden kann, dementsprechend werden die einzelnen Gegenstände allerdings kleiner abgebildet, da "mehr" auf den Bildausschnitt gelangen kann. Bei gleicher Motiventfernung wird der Bildmaßstab bei einem Weitwinkel verkleinert, daher stammt die für das Weitwinkelobjektiv charakteristische große Schärfentiefe.

Weitwinkelobjektive beginnen etwa bei 35 mm Brennweite (leichtes Weitwinkelobjektiv) bzw. 28 mm Brennweite (klassisches Weitwinkel). Die typischen Anwendungsbereiche sind die Landschaftsfotografie, Architekturfotografie und Innenaufnahme, da ein Weitwinkelobjektiv beim Fotografieren einen größeren Bildwinkel bietet und somit ein größerer Teil des Motivs abgebildet werden kann, wenn kein anderer Aufnahmestandort erwünscht oder möglich ist.

Typische Fehler, die bei der Verwendung eines Weitwinkelobjektivs auftreten, sind die so genannten "stürzenden Linien", die beispielsweise bei der Aufnahme von Gebäuden entstehen, wenn die Kamera gehalten wird. Ein anderes Charakteristikum ist die Verzerrung/Verzeichnung: Ein Objekt erscheint, je weiter es auch dem Bildmittelpunkt rückt, umso stärker verzerrt. Es kann sich beispielsweise um eine tonnenförmige Verzeichnung handeln, diese Verzeichnung ist umso ausgeprägter, je stärker das Weitwinkelobjektiv, also je geringer die Brennweite, ist. Sowohl stürzende Linien als auch Verzeichnung lassen sich mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen beheben.

 
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