SpiegelobjektivAls Spiegelobjektiv, eigentlich Spiegellinsenobjektiv oder katadioptrisches System, wird ein Spezialobjektiv bezeichnet, welches sowohl Spiegel als auch Linsen als optische Elemente einsetzt. In der Fotografie wird es vor allem als Teleobjektiv mit einer fixen Brennweite verwendet. Charakteristisch für die optische Abbildung von Spiegelobjektiven sind die so genannten Unschärferinge. Es handelt sich dabei allerdings nicht um einen Konstruktionsfehler, sondern um ein Merkmal von Objektiven dieser Bauart, das sich nicht vermeiden lässt, denn bei reinen Linsenobjektiven werden unscharf abgebildete Lichtreflexe als so genannte Zerstreuungskreise wiedergegeben, bei Spiegelobjekten zeigen sich diese in den typischen Unschärferingen. Der entscheidende Vorteil von Spiegelobjektiven ist die nur sehr gering oder gar nicht auftretende chromatische Aberration. Aufgrund ihrer Konstruktion sind Spiegelobjektive sehr streulichtempfindlich, was bedeutet, dass die Verwendung einer auf die Optik passend abgestimmte Gegenlichtblende – eine Sonnenblende – für eine optimale Wiedergabe des Kontrasts unumgänglich ist. Spiegelobjektive für Kleinbildkameras waren vor allem in den 80ern Jahren sehr beliebt, meist als f/8 mit 500 mm Brennweite. Aufgrund der Unschärferinge lehnten Profifotografen diese speziellen Objektive allerdings meistens ab, außerdem lässt sich der Schärfentiefebereich nicht vergrößern, was mit der mangelnden Abblendmöglichkeit zusammenhängt, vor allem bei näher gelegenen Objekten wird dies schnell problematisch. Heute sind Spiegelobjektive daher weitgehend nicht mehr bekannt, zumal diese zudem fast nicht als Autofokus-Versionen erschienen. |